Lupines Blog:

09.12.16

„Huhu! Entschuldigt, dass ich sooo lange nix von mir habe hören lassen! Aber in letzter Zeit war auch nicht viel los. Souris war viel arbeiten und hatte wenig Zeit für mich…

Aber heute sind wir mit Bayo und Rapdur ausgeritten. Ui, wir drei hatten richtig Lust zu laufen:) Und zum Glück hatten unsere Reiter auch ein bisschen Lust uns laufen zu lassen. Wir haben ein klitzekleines Wettrennen gemacht. Bayo hat gewonnen. Aber nur weil Souris mir nicht erlaubt hat zu überholen. Außerdem hatte ich die schlechteste Startposition, nämlich als letzter. Den Rapdur konnte ich noch überholen. So und Bayo soll sich auf das nächste Mal gefasst machen, dann räume ich das Feld von hinten auf!

Nur ich muss schon zugeben, dass ich danach ein wenig müde war. Galoppieren ist schon anstrengend!

Nun muss ich euch noch kurz erzählen was morgen passiert: Da machen die Menschen eine Weihnachtsfeier im Stall. Ich habe natürlich Rapdur gefragt was denn so eine Weihnachtsfeier ist. Er hat mir was von Weihnachten erzählt. Da schenken sich die Menschen Dinge und wir Pferde bekommen immer eine extra Portion Möhren(wobei ich finde, dass könnte jeden Tag so sein!). Und bevor dieser komische Weihnachtstag ist feiern die Menschen wohl öfter. Ich hoffe dann gibt es auch für uns extra Möhren. Naja Rapi meinte wir würden morgen mit allen Pferden aus dem Stall einen Ausritt machen. Ich bin gespannt!

 

19.09.16

„Ich habe es letzte Woche schon geahnt. Nun war es so weit.

Letzte Woche hatte ich ein Hufeisen verloren und der Schmied hat mir direkt zwei neue vorne hingemacht und gesagt, dass er diese Woche für die anderen beiden Hufe kommt.

Ich hasse es. Da muss ich so lange herumstehen und zwei Männer fummeln mir an den Hufen rum. Am Anfang habe ich mich fürchterlich aufgeregt, rumgehampelt und bei jeder Gelegenheit meine Hufe weggezogen. Da hat der Hufschmied ganz schön geschimpft! Ich muss dazu erklären, dass ich die letzten Jahre nur sehr selten meine Hufe geben musste. Mein früherer Besitzer wollte das eigentlich nie von mir. Markus und Souris haben mir dann beigebracht, dass ich auf Signal meine Hufe geben soll. Das geht jetzt auch schon sehr gut und ich finde es ok. Manchmal sind da ja auch Steine drin und dann bin ich froh, wenn die herausgeholt werden.

Aber zurück zum Hufschmied: Das sehe ich eigentlich nicht so richtig ein. Es dauert einfach zu lange. Und wenn ich denke der ist endlich fertig, fängt der an mit dem Hammer auf meine Hufe zu klopfen. Das nervt mich!

Zum Glück hat es diesmal nicht sooo lange gedauert, weil ja nur zwei Hufe neu gemacht wurden. Da habe ich dann auch beschlossen mal ganz brav zu sein und auf Silvias Schulter zu schlafen. Wow! Waren die alle zufrieden mit mir! Wenn ich gewusst hätte, dass es so leicht ist an ein Leckerli zu kommen…;)

16.09.16

„Juhuuu, heute war ein super Nachmittag: Ausritt mit Souris, Rapdur und Ana. Große Runde durch das Osterholz. Ein riiiiiesen Spaß! Viel traben, viel galoppieren und zwischendurch ganz entspannt sich die Gegend anschauen. “

31.08.16

„Heute war mein erstes Ausritt mit Kindern. M. und J. durften mit mir durch den Wald reiten. Die beiden sind mich schon einmal auf dem Reitplatz geritten. Ich finde sie sehr nett. Zuerst haben sie mich geputzt und gesattelt. Souris hat zur Sicherheit einen Führstrick dran gemacht. Sie hat M. und J. erklärt, dass ich manchmal noch nicht gut im Gleichgewicht bin und einfach dahin gehe wohin ich schaue. Das habe ich nicht ganz verstanden. Jeder geht doch dahin wo er hinguckt, oder??

Zuerst sind wir durch die Düssel gegangen. Das kenne ich schon. Durch`s Wasser gehen ist klasse! Da kann ich drin planschen und spielen. Im Wald geht es ja auf und ab und manchmal muss ich aufpassen wohin ich trete, weil es Wurzeln oder Löcher gibt. Wenn Souris mich reitet hilft sie mir dabei. Bei den Kindern habe ich schon gemerkt, dass die mir manchmal vergessen zu helfen oder zu spät reagieren. Deshalb habe ich besonders aufgepasst.

Hinterher haben mich alle ganz viel gelobt und mir trockenes Brot gefüttert. So macht Ausreiten Spaß!“

 

23.08.16

„Jeden Dienstag kommt Marlene. Sie gibt Souris, Sili und den anderen Reitunterricht. Souris hat mir erklärt, dass Marlene auf das Korrekturreiten von Schul- und Therapiepferden spezialisiert ist. Mir ist es egal worauf sie spezialisiert ist. Ich finde es einfach nur anstrengend. Marlene sieht alles und sagt was ich noch besser machen kann. Das Gute ist, dass sie auch alles bei Souris sieht und sie auch ganz viel besser machen muss. Am meisten spricht Marlene davon, dass ich meine Schulter heben muss, mit der Hinterhand untertreten muss und überhaupt alles dehnen soll. Zurzeit übt Souris mit mir, dass ich nicht mehr über die Schulter falle und meinen Kopf leicht nach innen nehme. Ich hatte eigentlich gedacht ich weiß alles über das Reiten. Der Mensch lenkt, indem er am Zügel nach rechts oder links zieht. Nach hinten ziehen heißt Anhalten. Mit den Beinen an den Bauch drücken heißt Loslaufen. Nun weiß ich aber schon eine Menge mehr! Zum Beispiel, dass Souris mich auch über die Beine lenkt. Oder wenn das innere Bein an meinen Bauch gelegt wird, darf ich nicht über die Schulter in die Bahn kippen. Das habe ich jetzt schon verstanden und versuche mich daran zu halten. Nach den Stunden bei Marlene fühle ich mich oft schlapp und bin froh wenn ich wieder grasen kann.“

 

19.08.16

DSCN1262

“ So, jetzt kommt mein erster Beitrag. Heute war es richtig aufregend. Ganz viele Menschen waren da. Ich wurde von Souris geholt und Rapdur, Raupe, Paul und Gneisti standen schon am Anbindebalken. Die fremden Menschen haben uns geputzt und durften dabei nicht sprechen. Ich wurde von Katha geputzt. Die kannte ich schon ein bisschen, weil sie öfter da ist und mich dann streichelt und was Nettes sagt. Dann mussten wir alle auf den Reitplatz und wurden umher geführt. Die anderen Menschen standen in der Mitte und haben sich irgendwie beraten. Dann haben sie jedem gesagt, ob sie glauben dass der Mensch oder das Pferd führt. Komisch fand ich das. Dann wurde gewechselt und ein anderer hat mich geführt. Dann wieder ein anderer. Ich war noch nie von so vielen Menschen umgeben und wurde auch noch nie von so vielen verschiedenen Menschen geführt. Zwischendurch ist mir langweilig geworden. Das erkennt Souris aber sofort: Ich ziehe dann meine Nüstern zusammen. Dann weiß sie schon, dass ich etwas nicht ok finde. Sie meinte aber nur, dass ich dadurch müsse und mir die anderen Pferde anschauen sollte. Das habe ich dann getan. Und war erstaunt: Die Jungs waren entspannt und es schien ihnen sogar ein zu gefallen! Dann habe ich meine Nüstern wieder entspannt. Ich wollte mich nicht blamieren. Sonst sagen die anderen noch, dass ich doch kein gutes Therapiepferd werde. Als ich wieder locker stand hat die Frau am Ende vom Strick mich gestreichelt und gekrault. Das fand ich gut. Nach über einer Stunde durfte ich wieder auf den Paddock. Ich war auch echt platt, es war so anstrengend!“

DSCN1393

„Hallo zusammen,

mein Name ist Lupine und ich bin ein Haflinger. Seit August 2015 lebe ich auf Gut Pelzers. Ich möchte euch hier immer mal wieder auf dem Laufenden halten und euch von meiner Ausbildung zum Therapiepferd berichten. Das ist nämlich ganz schön spannend. Vorher erzähle ich euch aber ein wenig über mich:

Ich habe mein bisheriges Leben auf Rügen verbracht. Dort habe ich die meiste Zeit auf der Wiese gestanden. Ab und zu wurde ich vor die Kutsche gespannt. Das tollste war als ich mein Fohlen zur Welt gebracht habe. Das ist sogar staatsprämiert(ich erwähne das mal, weil die Menschen das scheinbar ganz gut finden). Naja ansonsten war es eher langweilig. Ich habe da auf meiner Wiese nicht so viel erlebt und gesehen.

Ganz anders ist das seitdem ich in Gruiten wohne. Markus(so heißt mein Besitzer) ist 10 Stunden gefahren um mich von der Insel zu holen, weil mein früherer Besitzer gesagt hat, dass ich geritten und gefahren bin(Auch das hören die Menschen wohl ganz gerne, wenn sie überlegen ein Pferd zu kaufen). Als ich mich dann ein wenig eingelebt habe war Markus, glaub ich, etwas enttäuscht von mir…Er dachte wohl, dass ich besser vor der Kutsche laufe und wohl auch wüsste was ein Sattel ist. Als er mich das erste Mal eingespannt hat, hatte ich echt Stress. Also bin ich suuuper schnell los gelaufen und überall hinter mir hat es gescheppert und geraschelt von der Kutsche. Das war ganz schön gruselig! Aber Markus und Sili(das ist unsere Beifahrerin auf der Kutsche) haben mich mit gutem Zureden und Zuckerstückchen beruhigen können. Ich mag Zuckerstückchen!!

Später haben mich dann einige Menschen Probe geritten, weil Markus selbst nicht reitet. Da habe ich dann versucht stehen zu bleiben oder mal kurz gebuckelt. Das hat früher immer gut geklappt, dann sind alle schnell wieder abgestiegen. Ich buckel nämlich nur so, dass die Menschen ein wenig Angst bekommen und nicht so, dass sie herunter fallen. Eine war dabei, Souris, die hat sich nicht daran gestört und war trotzdem noch nett zu mir. Das fand ich toll!

Dann haben Souris und Markus gesprochen und nun reitet Souris mich ganz oft. Erst hatte ich keine Lust jeden Tag von der Wiese geholt zu werden. Ich kannte das ja auch gar nicht. Früher durfte ich immer auf der Wiese stehen und musste mich nach niemandem richten. Aber eigentlich macht mir es auch ein bisschen Spaß, weil ich soviel Neues sehe und lerne. Was ich nicht so gerne mag ist das was die Menschen Bodenarbeit und an der Longe laufen nennen. Da konnte ich es mir am Anfang nicht verkneifen wild bockend über den Reitplatz zu rennen. Was ein Spaß! Aber auch dabei wurde Souris überhaupt nicht sauer. Sie hat gewartet bis ich all mein Pulver verschossen habe und mich ausruhen wollte. Und dann hat sie gesagt ich muss weiterlaufen. Das fand ich blöd! Und so hat sie es jedes Mal gemacht. So ein Mist kann ich euch sagen. Dann habe ich mir überlegt ich guck mal was passiert wenn ich direkt auf sie höre. Dann haben wir nach fünf Minuten aufgehört. Ich habe einen Keks bekommen und durfte wieder auf die Wiese. Darüber habe ich lange nachgedacht.

Nun so ging das bis zum Winter 2015/2016. Ich wurde viel geritten und habe auch die anderen Pferde von Souris kennen gelernt. Den Rapdur mag ich gerne. Wir reiten oft zusammen aus. Im Januar hat Souris mir dann erzählt, dass ich einmal ein Pferd werden soll wie ihre anderen. Daraufhin habe ich Rapdur gefragt, was er und die anderen Jungs denn machen. Rapdur ist schon fast 20 Jahre und weiß so viel über die Welt und hat schon so irre viel erlebt und gesehen. Den kann man fast alles fragen! Er erklärte mir, dass sie nicht nur geritten und vor die Kutsche gespannt werden. Manchmal kommen Kinder, die den richtigen Umgang mit Tieren lernen sollen oder es kommen Menschen die ein Problem haben. Manchmal kann Souris alleine denen nicht helfen, dann holt sie Gneisti oder Raupe oder einen anderen und die Menschen arbeiten dann mit ihnen. Danach sind sie oft zufriedener und glücklicher als vorher. Manchmal können die Menschen sich nicht mehr gut bewegen und dann geht’s mit den Pferden besser. Ich bin erstaunt und erinnere mich, dass ich schon oft gesehen habe wie fremde Menschen mit Rapdur unterwegs sind. Zwar ist Souris immer dabei, aber sie sagt dann den anderen was sie tun sollen.

Ich bin mir nicht ganz sicher, was ich dafür lernen muss. Ich finde ja, dass ich schon recht viel weiß. Souris sagt, dass ich noch eine Menge lernen muss. Eine Sache habe ich schon gelernt und sie hat gesagt, dass wäre eine der wichtigsten Dinge: stehen bleiben. Manchmal finde ich es noch sehr schwierig und dann gehe ich doch einen kleinen Schritt vor. Souris korrigiert mich dann sofort und sagt, dass ich das nicht darf.

Ganz aufregend waren dann noch meine ersten kleinen Einsätze. Ich habe mich mit einem Mädchen angefreundet, die zweimal in der Woche zu Souris kommt. Laura(Name geändert) hat mir jedes Mal eine Möhre oder einen Apfel gebracht, bevor sie gegangen ist. Sie durfte mich dann das erste Mal reiten, als erstes fremdes Kind. Natürlich hat Souris mich noch an der Longe fest gemacht. Aber weil ich Laura mag habe ich mich ganz doll angestrengt und war ganz brav. Danach war ich ziemlich müde, aber auch sehr zufrieden mit mir!

Und nun durch die Sommerpause habe ich endlich Zeit gefunden das alles aufzuschreiben. Ich werde euch hier immer mal wieder erzählen, was ich erlebt und Neues gelernt habe. Und vielleicht bin ich dann irgendwann ein richtiges Therapiepferd! Bis dahin liegt wohl noch ein langer Weg vor mir…“